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German Open in Berlin - Die andro-Stars setzten die Akzente
Ein spektakuläres Comeback, eine imponierende Rückmeldung und ein beeindruckender Außenseitersieg: Die Bilanz der andro-Stars bei den German Open in Berlin fällt durchweg positiv aus.
Für den größten Paukenschlag sorgte dabei Wu Jiaduo, der ein Aufsehen erregendes Comeback gelang. Nach einem Jahr mit zahlreichen Rückschlägen, einer großen Enttäuschung bei den Olympischen Spielen und einer verpatzten EM spielte sie vor eigenem Publikum ganz groß auf. Dudu bezwang bei den German Open unter anderem die Singapur-Chinesinnen Feng Tian Wei (im Einzel) und Li Jia Wei (im Mannschaftskampf), die Nummern sechs und sieben der Weltrangliste. Mit einer makellosen Bilanz von 5:0 Siegen im Einzel sowie einer 1:0-Bilanz im Doppel führte sie die DTTB-Auswahl bis ins Finale des Mannschafts-Turniers, wo sie ebenfalls unbesiegt blieb, die 1:3-Niederlage gegen den WM- und Olympia-Zweiten Singapur aber nicht verhindern konnte.
Dabei begeisterte Wu Jiaduo die Zuschauer im Berliner Velodrom so sehr, dass ihr Match gegen Feng Tian Wei tatsächlich eine größere Aufmerksamkeit bekam als die Partie Timo Bolls. Und was für ein Match das war! „Ich habe Wu unterschätzt”, gab die Singapur-Chinesin später kleinlaut zu. „Sie hat überragend gespielt.” Doch auch Dudu war von ihrer eigenen Leistung völlig überrascht. „Ich dachte: Das ist nicht normal”, bekannte sie. Zahllose spektakulär lange Ballwechsel, mit stetig variierenden Platzierungen und Tempowechseln gespickt, ließen tausende Fans im Velodrom staunen und mit angehaltenem Atem zum Damen-Tischtennis überlaufen.
andro-Star Wu Jiaduo hielt dieses hohe Niveau über sämtliche Turniertage hinweg. Erst im Einzel-Finale der German Open musste sie ihre erste Niederlage hinnehmen: Die Österreicherin Liu Jia stoppte Dudus Siegeszug. Für Deutschlands Nummer eins war dies dennoch ein riesiger Schritt nach vorn. „Sie hat ein Weltklasse-Turnier gespielt” bescheinigte ihr Liu Jia. Damen-Bundestrainer Jörg Bitzigeio erklärte erleichtert: „Sie hat die Chancen, die sie sich erarbeitet hat, diesmal genutzt.”
Wu Jiaduos Lohn: 10.000 Dollar Preisgeld für den zweiten Platz im Einzel sowie ein Sprung in der Weltrangliste um zehn Plätze nach oben auf Position 23.
Auch Christian Süß meldete sich in Berlin eindrucksvoll zurück. Große Erfolge hatte der andro-Star zwar auch bei den Europameisterschaften in St. Petersburg feiern können. Mit seinen andro ROXON-Belägen hatte er bei der EM erneut den Titel mit der deutschen Herren-Mannschaft sowie Gold im Doppel an der Seite von Timo Boll gewonnen – ohne Frischkleber, Tuner und Booster, versteht sich. Dennoch hatte Christian Süß in St. Petersburg nicht seine beste Form gezeigt, sondern nach dem Höhepunkt Olympia und der Umstellung auf neues Material noch einige Schwächen offenbart.
In Berlin präsentierte er sich hingegen deutlich verbessert. Mit andro-Holz, andro-Belägen und andro-Bällen (andro war Ballausrüster der German Open) gewann er in den Mannschaftskämpfen Spiel auf Spiel: 3:2 (-10,7,-7,8,2) gegen den Tschechen Tomas Pavelka, 3:0 (2,8,2) gegen den Rumänen Adrian Crisan und 3:0 (5,8,4) gegen den Spanier He Zhiwen. Erst im Finale musste er die erste Niederlage hinnehmen: 2:3 (-8,8,-9,10,-4) gegen den Polen Wang Zengyi. Letztlich gewann die polnische Mannschaft gar überraschend den Titel, und auch dies war ein Erfolg für andro, den Ausrüster des polnischen Teams.
Im Einzel wurde Christian Süß zwar unter den besten 32 gestoppt, doch von keinem Geringeren als Timo Boll, dem späteren Turniersieger. Für diese Runde hatte sich der erfolgshungrige andro-Star mit einem 4:1 (8,0,-10,4,6) gegen Peter Sereda (Slowakische Republik) qualifiziert.
Für Nadine Bollmeier hingegen war das Erreichen der 1. Hauptrunde schon ein respektables Resultat. Mit Siegen in der Qualifikation gegen die Rumänin Andrea Dospina (4:0) und die Litauerin Lina Misikonyte (4:1) gelang ihr der Sprung unter die besten 64, wo die andro-Spielerin auch noch gegen Yuka Ishigaki mit 2:0 in Führung ging. Am Ende hieß es jedoch 4:2 für die Japanerin.
Barbora Balazova aus der Slowakischen Republik, jüngstes Mitglied des andro-Teams, schied ebenfalls gegen eine Japanerin aus. Nach einem Sieg gegen die Französin Marine Zanardi (4:2) wurde Barbora von Misako Wakamiya in der Qualifikation gestoppt.
