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Nico Vergeylen - Arbeiten, kämpfen, gewinnen

Er hat erreicht, wovon die meisten Sportler ihr Leben lang nur träumen können. Als in diesem Sommer in Peking der Einmarsch der Nationen von Abertausenden Fans bejubelt wurde, trug Nico Vergeylen die Flagge seines Landes. Die belgische Fahne – und es war der Einmarsch zu den Paralympics.
Vier Jahre zuvor, bei den Paralympics in Athen, hatte er den größten Erfolg seiner sportlichen Karriere gefeiert: Gold mit dem Team, das weckte natürlich auch für Peking große Hoffnungen. Dort aber endeten alle Träume jäh im Viertelfinale. „Das war schon eine große Enttäuschung für mich”, sagt er. Doch Nico Vergeylen hat gelernt, mit Rückschlägen zu leben. In den letzten Wochen ging es für ihn wieder steil bergauf. Der 40-Jährige, den andro bereits seit drei Jahren unterstützt, gewann beim Tango-Cup in Buenos Aires erstmals in seiner Laufbahn gleich drei Goldmedaillen bei einem Turnier – in seiner eigenen Schadensklasse, der Klasse 8, in der offenen Klasse sowie im Team-Wettbewerb, wo er mit dem Deutschen Jan Brinkmann in Klasse 10 startete. In den Schadensklassen 1 bis 5 spielen im Behindertensport jene Aktive, die nicht stehen können. Vergeylen, dessen rechtes Knie steif ist und der auf dieser Seite auch keinerlei Fußfunktion mehr hat, gehört zurzeit noch der Schadensklasse 8 an, könnte aber möglicherweise künftig in Klasse 7 eingestuft werden. „Bei jedem internationalen Turnier im Behindertensport gibt es Amtsärzte, die entsprechende Klassifizierungen vornehmen bzw. überprüfen”, erklärt er.
Dem Triumph in Buenos Aires folgte Ende November ein weiteres erfolgreiches Event in Venezuela. Wieder Gold im Einzel in der Klasse 8, Silber im Team und Bronze in der offenen Klasse bescherten ihm so viele Punkte, dass er inzwischen sicher davon ausgehen kann, sein nächstes großes Ziel praktisch schon erreicht zu haben: die Europameisterschaften in Italien, die im Juni 2009 stattfinden. Dafür hat er eine Menge investiert, denn von den rund sieben bis acht internationalen Turnieren, bei denen er jährlich startet, finanziert ihm der Verband nur drei.
andro wird Nico Vergeylen natürlich auch bei der EM unterstützen.
Seit eine verpfuschte Operation ihm die Beweglichkeit seines rechten Beines nahm – damals war er fünf Jahre alt – hat der Belgier einen weiten Weg zurückgelegt. Zum Tischtennis kam er erst mit 13. „Lange habe ich nur mit dem Computer gespielt. Ich musste damals etwas tun”, berichtet er. Sein Bein erwies sich natürlich auch im Tischtennis als schweres Handicap. Weil das Kniegelenk keine Beugung zulässt, kann er keinen Vorhand-Topspin ziehen, sondern setzt hier auf harte Konter und Schüsse mit dem andro LOGO, einem Noppen-außen-Belag. Auf der Rückhand, mit der er auch Topspin zieht, spielt er einen andro ROCKET in 1,8 mm.
Bis heute trainiert Vergeylen viermal wöchentlich und spielt zudem zweimal pro Woche Wettkämpfe – nicht nur bei den Behinderten, sondern auch in der 4. belgischen Liga. „Nur im Behindertensport zu spielen, dazu wäre mir das Niveau in Belgien nicht hoch genug”, sagt er. Nico Vergeylen ist ehrgeizig. Er will nach oben, und er ist bereit, hart dafür zu arbeiten und zu kämpfen. Mit andro.
