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Olympische Spiele
Der Kämpfer Jean-Mi Saive gibt nicht auf
Den 20. August 2008 wird Jean-Michael Saive in schlechter Erinnerung behalten. Dies war der Tag, an dem es im Einzel-Wettbewerb der Olympischen Spiele zu einer der größten Überraschungen des Turniers kam: Segun Toriola schaltete in der 2. Hauptrunde den belgischen andro-Star in sechs hart umkämpften Sätzen aus. Dabei wuchs der Mann aus Nigeria, in der Weltrangliste nur an Nummer 115 notiert, über sich hinaus: „Ich habe noch nie so gut gespielt wie heute, vor allem meine Vorhand war sehr gut“, erklärte der strahlende Sieger. Toriola war damit der erste Afrikaner in der Geschichte der Olympischen Spiele, der es in die Runde der besten 32 des Tischtennis-Turniers schaffte.
Jean-Mi Saive hingegen, der einen monatelangen Streit mit dem Weltverband ITTF geführt hatte, um überhaupt in Peking starten zu dürfen (am Ende musste er allerdings doch seinen Platz bei der olympischen Welt-Qualifikation in Budapest erkämpfen, weil ihm die Direkt-Qualifikation verweigert wurde), bekannte offen: „Ich bin sehr enttäuscht.“
ITTF-Präsident Adham Sharara nahm den Fall des Belgiers zum Anlass, laut über eine Änderung der Austragungsmodalitäten nachzudenken. Der Kanadier kündigte an, sich dafür einzusetzen, dass künftig erst das Einzel-Turnier ausgetragen wird und erst danach die Mannschaftskämpfe. „Für einige sehr gute Spieler, deren Teams sich aber nicht qualifiziert haben, ist es sonst ungerecht“, erklärte Sharara und nannte explizit „das Beispiel von Jean-Michel Saive, der hier sein erstes Spiel gegen Segun Toriola bestreiten musste. Toriola hatte zu diesem Zeitpunkt schon mehrere Partien mit dem nigerianischen Team absolviert.“
Welch große Wertschätzung Jean-Michel Saive genießt, war in Peking bereits zuvor deutlich geworden. Die ITTF verlieh ihm, dem Kroaten Zoran Primorac und dem Schweden Jörgen Persson einen eigens für dieses Trio neu geschaffenen Preis, den Award für die All-Time-Olympics. Seit Einführung von Tischtennis als olympischer Disziplin 1988 in Seoul hatten nur Saive, Primorac und Persson es geschafft, sich für alle sechs Olympischen Spiele zu qualifizieren.
Der Kämpfer Jean-Mi ließ nach dem Aus gegen Toriola offen, ob er nicht sogar einen siebten Anlauf wagen wird: „Ich bin nicht sicher. Im November werde ich 39. Aber wenn ich in den nächsten ein bis zwei Jahren noch immer auf diesem Niveau Tischtennis spielen kann, werde ich auch versuchen, mich noch einmal für die Olympischen Spiele zu qualifizieren“, sagte er. Der andro-Star wäre 2012 in London 42 Jahre alt. Und den Award für die All-Time-Olympics dürfte dann außer ihm wohl niemand mehr bekommen.
