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Paukenschlag durch Christian Süß
Christian Süß gehört zu den großen Gewinnern der letzten Wochen. Erst die Olympia-Qualifikation im Einzel, zuletzt der Gewinn der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft mit Borussia Düsseldorf – doch schon in der zweiten Märzhälfte hatte der andro-Star mit einem Paukenschlag aufhorchen lassen, der Herren-Bundestrainer Richard Prause besonders freute: Bei den Qatar Open in Doha bezwang Christian Olympiasieger Ryu Seung-Min!
„Ich war mental gut drauf, und auch spielerisch lief alles rund”, kommentierte Christian strahlend. „Ich denke, das war eines der besten Spiele, die ich jemals bei einem Pro-Tour-Turnier gemacht habe.”
In der Weltrangliste war der Südkoreaner auf Rang acht eingestuft – und damit 30 Plätze höher als Süß. Doch am Ende gewann der Deutsche mit 4:1. Eine Erklärung dafür: „Ich bin ohne großen Druck in die Partie gegangen. Vielleicht war das genau der richtige Weg.”
Tatsächlich hatte der 22-Jährige bereits bei der Auslosung ausgesprochen gelassen auf das voraussichtliche Duell mit dem WM-Dritten Ryu Seung Min reagiert: „Ich mache mir keine Gedanken über eine leichte oder schwere Auslosung. Jede Partie gegen einen Topspieler ist ein Gewinn. Man bekommt nicht jeden Tag die Gelegenheit zu einer Begegnung mit einem Spieler aus den ersten Zehn und kann gerade deswegen in solchen Spielen unglaublich viel lernen”, hatte er erklärt und das Motto ausgegeben: „Ich sehe die Partie hauptsächlich als Chance für mich.”
Beinahe hätte Christian diese Chance in Doha verpasst. Denn zum Auftakt stand der Rechtshänder gegen den international eher zweitklassigen Brasilianer Gustavo Tsuboi angesichts eines 1:3-Satzrückstandes bereits vor dem Aus, startete aber dann eine Aufholjagd, die er mit einem 12:10 im entscheidenden siebten Durchgang krönte.
„Nach dem Sieg über Tsuboi war mein Kopf frei”, analysierte Christian. Und der anschließende Triumph über Olympiasieger Ryu beflügelte ihn im Achtelfinale gegen Zhang Jike noch zusätzlich. Doch trotz einer weiteren starken Leistung musste sich der Düsseldorfer dem aufstrebenden Chinesen letztlich mit 2:4 geschlagen geben. Süß hatte allerdings keinen Grund, dem verpassten Einzug ins Viertelfinale nachzutrauern. „Für mich war es so kurz vor der Olympia-Qualifikation wichtig, meine Form zu überprüfen und möglichst viel Selbstvertrauen zu sammeln. Das ist mir gelungen, natürlich besonders durch den Sieg gegen Ryu.”
Für den Koreaner geriet Süß in Katar geradezu zum Angstgegner. Denn auch im Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten im Doppel behielt Süß mit seinem Klubkollegen Dimitrij Ovtcharov gegen Ryu und Yoon Jae Young mit 4:1 die Oberhand. Im darauffolgenden Match um eine Medaille jedoch mussten sich Süß und sein Partner dem chinesischen Weltklasse-Doppel mit Weltmeister Wang Liqin und Weltcup-Gewinner Wang Hao ohne Satzgewinn geschlagen geben.
Weniger Grund zur Freude als Süß hatten in Doha seine andro-Kolleginnen Wu Jiaduo und Elke Schall. Wu musste sich eine Woche nach ihrer Achtelfinal-Teilnahme bei den Kuwait Open schon in Runde eins gegen die Südkoreanerin Moon Hyun Jung mit 1:4 aus dem Turnier verabschieden. Ebenso wie Schall nach erfolgreich überstandener Qualifikation gegen die Chinesin Liu Shiwen.
Im Doppel war für Wu und Schall als EM-Dritte nach dem gelungenen Sprung ins Hauptfeld auch bereits im Achtelfinale gegen die Südkoreanerinnen Kim Kyung Ah und Park Mi Young Endstation.
Die beiden andro-Spielerinnen hatten dafür Ende Mai bei den Japan Open wieder Grund zur Freude. Mit dem deutschen Nationalteam bezwangen Elke Schall und Wu Jiaduo völlig unerwartet den WM-Dritten Hongkong mit 3:0. Dabei boten sie beim 3:2-Erfolg im Doppel gegen Tie Yana/Lin Ling eine herausragende Leistung, und zudem bezwang Wu Jiaduo Lau Sui Fei mit 3:1. (Den dritten Punkt zum deutschen Sieg steuerte Zhenqi Barthel bei.)
Elke Schall überzeugte auch im Einzel und unterlag nach mehreren Siegen – unter anderem gewann sie gegen die Rumänin Elizabeta Samara mit 4:0 – erst im Hauptfeld der Nummer drei der Weltrangliste, Li Xiaoxia (China) mit 1:4.
Wu Jiaduo stand gegen die Weltranglisten-Zehnte Kim Kyung Ah (Südkorea) kurz vor dem Einzug ins Achtelfinale. Doch andro-Spielerin Dudu musste mit einer schmerzhaften Zerrung im Schlagarm fertig werden, ausgerechnet gegen die beste Abwehrspielerin der Welt, und verlor letztlich hauchdünn mit 9:11 im Entschiedungssatz.
