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Terni weckt Träume
Der Countdown läuft. Am 7. Juli beginnen die 51. Jugend-Europameisterschaften in Terni (Italien), das große Ziel aller deutschen Nachwuchsspieler. Über Wochen und Monate herrschte deshalb bundesweit das große Zittern. „Es gibt sieben Kandidaten, die sich noch Hoffnungen machen dürfen, aber nur fünf Plätze”, erklärte Jungen-Bundestrainer Istvan Korpa noch Mitte Mai. Die Nominierung soll vielleicht schon Anfang, möglicherweise aber auch erst Mitte Juni vorgenommen werden.
Unter den sieben aussichtsreichen Kandidaten, die Korpa nannte, sind gleich drei Mitglieder des andro-Teams: Erik Bottroff, Robin Malessa und Ricardo Walther. Als neuer Deutscher Jugendmeister im Einzel und Doppel muss sich Bottroff keine Sorgen machen, für Malessa und Walther hingegen verliefen die Titelkämpfe in Löhne Ende April enttäuschend.
Ricardo Walther, an Position zwei gesetzt, schied im Achtelfinale gegen den Württemberger Heiko Zapf aus. Freilich mit dem Handicap eines Trainingsrückstandes: Der 16-jährige Ricardo hatte gerade erst einen Ermüdungsbruch im Fuß überwunden. Mit dem Gewinn des DTTB-Top 48 der Jungen im letzten Jahr sowie einem zweiten Platz beim DTTB-Top 12 in diesem Jahr hat der DTTZ-Schüler in den letzten Monaten mehrmals bewiesen, dass er besser spielen kann.
Ähnliches gilt auch für Robin Malessa, der in Löhne sein Potenzial nicht ausschöpfen konnte. Robin schied ebenfalls im Achtelfinale aus, hatte allerdings in Tran Le Minh auch einen starken Gegner. DTTB-Jugendsekretär Günter Köcher attestierte dem Thüringer: „Tran Le Minh ist wirklich für jeden gefährlich.” Und dies bestätigte sich denn auch prompt eine Runde später, als der Thüringer gegen Erik Bottroff loslegte wie die Feuerwehr und kurz davor stand, den Favoriten zu überrollen. 0:2 stand es aus Sicht von Erik nach Sätzen – und 7:9 im dritten Durchgang. Dann schüttelte sich der baumlange Bottroff und raffte sich auf. „Ich war bis dahin schon vier- oder fünfmal bei Deutschen Meisterschaften der Schüler und der Jugend im Viertelfinale, aber noch nie weiter. Jetzt wollte ich endlich eine Einzelmedaille”, sagte der Sieger.
Das unterstrich er eindrucksvoll. Mit einem hart erkämpften 3:2 im Viertelfinale gegen Tran Le Minh, einem 3:1 im Halbfinale gegen Christoph Schmidl sowie einem 3:2 im Endspiel gegen seinen Doppelpartner David Steinle behauptete sich der 18-Jährige Erik letztlich verdientermaßen.
Nervenstärke und Kampfgeist bewies Bottroff auch im Doppel. Der 3:1-Sieg im Finale gegen die Bayern Christoph Schmidl und Philipp Floritz war für Bottroff/Steinle eine verhältnismäßig leicht Angelegenheit. Im Halbfinale jedoch hatten die späteren Deutschen Meister bereits mit 0:2 nach Sätzen zurückgelegen – ausgerechnet gegen Richard Hoffmann und Tran Le Minh! Nur wenige Minuten vor Beginn dieses Doppels hatten die Viertelfinalspiele im Einzel geendet, in denen Bottroff sich gegen Tran Le Minh noch nach 0:2-Satzrückstand behauptet hatte und Steinle Hoffmann nach 1:2-Satzrückstand ausgeschaltet hatte. „Wir waren dann im Doppel psychologisch schon ein bisschen im Vorteil”, erklärt Erik Bottroff mit breitem Grinsen. „Ich denk’ mal, die waren noch zwei Wochen später fertig.”
Solche Siege bringen nicht nur Medaillen und Titel, sondern stärken auch das Selbstvertrauen. Für die Jugend-Europameisterschaften hat sich Erik Bottroff deshalb ein ehrgeiziges Ziel gesteckt: „Ich will eine Medaille!” In welchem Wettbewerb, das sei ihm egal.
Das Zeug dazu hat er zweifellos. 2008 könnte das Jahr des Erik Bottroff werden.
