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Erik Bottroff
Der Riese hat großes Gefühl
So viel ist sicher: Unter allen hochklassigen Tischtennisspielern ist Erik Bottroff der Größte. Der 18-Jährige Sachsen-Anhaltiner misst 2.04 Meter. Tendenz: steigend.
Seit Ende April steht zudem fest: Erik Bottroff ist auch der beste deutsche Nachwuchsspieler. Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Löhne sicherte er sich den Titel im Jungen-Einzel und Doppel (zusammen mit David Steinle) und unterstrich damit seine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung der letzten Jahre. Jungen-Bundestrainer Istvan Korpa zeigte sich beeindruckt: „Dass seine Entwicklung so weit geht, dass er in der Jugend ganz an die Spitze kommt, hat man nicht erwartet. Aber er hat jetzt schon einige Veranstaltungen gewonnen, auch das Bundesranglisten-Turnier; und bei der Jugend-WM hat er auch ganz gut gespielt.” Daher attestiert Korpa seinem Schützling: „Er gehört jetzt fest zur Jugend-Nationalmannschaft.”
Das ist keine Selbstverständlichkeit. Erik Bottroff kam zwar mit acht Jahren recht früh zum Tischtennis, gehörte aber nie zum Schüler-Nationalkader. Auch in der Jugend war er lange Zeit nur einer unter vielen Spielern. Bei andro hingegen hat man sein Talent schon frühzeitig entdeckt: Schon seit Jahren zählt er zum andro-Team.
Dies erwies sich in den letzten Monaten als wichtige Grundlage für seine Erfolge, denn bei der Umstellung durch den Wegfall des Frischklebens machte Erik Bottroff mit seinem Material gute Erfahrungen. „Ich hatte mir die Umstellung schwieriger vorgestellt”, sagt der 18-Jährige. „Ich hätte nicht gedacht, dass es gleich zu Anfang so gute Beläge gibt.”
Mit dem andro PLASMA 470, dem härtesten Belag aus der PLASMA-Reihe, war er sehr zufrieden, steigt aber nun auf die nächste Stufe moderner Belag-Technologie um: auf den andro ROXON 500pro. Beide Beläge spielt er in Maximum-Stärke auf einem andro Super Core Cell OFF-.
Mit dieser Kombination wird Erik Bottroff künftig für die DJK Germania Holthausen auf Punktejagd gehen, vermutlich als Nummer drei, vielleicht sogar schon im oberen Paarkreuz. Bei seinem alten Klub, dem ITTC Sachsen Döbeln, hatte er die letzte Saison als Nummer fünf im Reserveteam in der Regionalliga begonnen und zuletzt einige Einsätze als Ersatzmann in der ersten Mannschaft in der 2. Bundesliga absolviert.
Der Wechsel nach Holthausen bringt ihm nicht nur einen Zweitliga-Stammplatz, sondern auch eine berufliche Herausforderung. Nach dem Realschul-Abschluss beginnt Erik Bottroff bei schöler+micke eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandels-Kaufmann. „Ich wollte nicht nur eine Ausbildung machen”, sagt er, „mein Wunsch war auch, das in der Tischtennis-Szene zu tun.”
Mit diesem Schritt hat Erik sich gegen eine ganze Reihe anderer guter Offerten entschieden – unter anderem gegen das eines Erstligisten! „Ich hatte ein Angebot aus Jülich, aber nur mit begrenzten Einsätzen”, verrät er. Durch die Einführung der Dreier-Teams in der 1. Bundesliga schien ihm die Hürde 1. Liga aber doch noch zu hoch – vorläufig.
Kein Zweifel, dass er es dorthin schaffen kann, denn er bringt eine ganze Reihe glänzender Voraussetzungen mit, um sich noch deutlich weiter nach oben zu arbeiten: herausragendes Ballgefühl, ein Kurz-kurz-Spiel wie nur wenige der besten deutschen Herren, große Spielübersicht, dazu Kreativität, Spielwitz, Mut und eine gehörige Portion Frechheit. Istvan Korpa lobt denn auch „Eriks Fähigkeit, über dem Tisch einiges mit dem Ball anzustellen. Wenn er sich nach vorne beugt, ist er ganz nah am Netz. Er spielt überraschende Bälle, ist für den Gegner unberechenbar und hat auch ein Auge für taktische Lösungen.”
Dabei ist die Physis für den Deutschen Jugendmeister eher von Nachteil als von Vorteil. „Seine körperlichen Voraussetzungen sind sicherlich nicht optimal für einen Tischtennisspieler”, sagt Korpa. „Mit 2.04 Metern ist sein Wachstum offenbar noch nicht ganz abgeschlossen. Und dazu”, so fügt der Jungen-Bundestrainer süffisant an, „kommt noch sein Gewicht, das sicherlich ein bisschen über dem leistungssportlichen liegt.” Doch er attestiert seinem Schützling enormen Ehrgeiz, und dies ist vielleicht sogar Eriks größtes Potenzial.
Bottroff weiß um seine Schwächen, und er arbeitet daran. „Ich hab’ mich physisch schon ein bisschen verbessert”, sagt er. Das ist auch durch den Wegfall des Frischklebens wichtig. Seine Analyse: „Im Kurz-kurz-Spiel fällt der Ball mehr runter, und man muss insgesamt mehr mit dem Körper arbeiten. Doch er sieht auch Vorteile im Materialwechsel: „Beim Gegenziehen hat man mehr Kontrolle.” Und die Schwankungen, die durch das Frischkleben immer wieder mal verursacht wurden, ist er nun auch los. „Bei meinem Belägen weiß ich jetzt genau, woran ich bin.”
